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S1-UVP-Farce (Verkehr)

BUH, Mittwoch, 05. März 2014, 02:12

Die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung ?) der S1- Lobauautobahn entwickelt sich zur reinsten Farce. Anmerkung: die zwei bis drei Milliarden (!) teure S1-Lobauautobahn, die frühestens 2025 fertiggestellt sein wird, ist die Grundvoraussetzung, dass die S8 gebaut werden kann (andernfalls droht der Mega-Stau auf der Süd-Ost-Tangente). D.h. unsere Politiker warten lieber auf eine unfinanzierbare, absolut umweltunverträgliche S1- Lobauautobahn im Jahr 2025 bis 2035, statt lokale Umfahrungen und Öffis um einen Bruchteil dieser Kosten zu bauen.

NÖN:

http://www.noen.at/lokales/noe-uebersicht/gaenserndorf/aktuell/WIEN-GROSS-ENZERSDORF-Um...

S1-Kritik verstummt nicht

Lobau-Autobahn | WIEN, GROSS-ENZERSDORF / Umweltschützer orten UVP-Mängel,ASFINAG kontert. Probleme unter anderem bei Erdbebensicherheit,Projektwerberverteidigt „gewissenhafte“ Expertisen.

Von Ulla Kremsmayer

In einer Pressekonferenz erläuterten die Umweltorganisationen Forum Wissenschaft und Umwelt (FWU) und VIRUS gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Rettet die Lobau“, warum das UVP-Verfahren der S1 Lobau-Autobahn nicht abgeschlossen werden könne. Die Probleme reichten von der Nichtberücksichtigung der Überflutung des Bauwerks durch Grundwässer über Fehlplanung bei der Erdbebensicherheit bis hin zur Überschreitung der Grenzwerte für Luftschadstoffe und Lärm. Zudem seien einschlägige Normen und der Stand der Technik nicht eingehalten worden.

Hydrogeologe Josef Lueger ortete Grundwasserprobleme: „Die Projektanten machen gar kein Hehl daraus, dass drei der vier wasserdichten Wannen bei hohen Grundwasserständen überflutet werden, wie sie historisch bereits aufgetreten sind. Man stelle sich vor, die Autobahn muss wegen Überflutung geschlossen werden.“ Jedenfalls könnten auch noch Abpumpungen und Grundwasserspiegelabsenkungen den Nationalpark beeinträchtigen, so Lueger.
Geologe stellte ein schlechtes Zeugnis aus 

Der BOKU-Geologe Roman Lahodynsky hingegen stellte der erdbebentechnischen Planung ein schlechtes Zeugnis aus. „Weder wurden die Bemessungsbeben richtig angesetzt, noch die Beschleunigungskräfte erfasst“, sagte er. Mit dem Markgrafneusiedler Bruch führe ein Störungssystem in nur 3,5 Kilometern Entfernung vorbei. Dieses komme im Projekt gar nicht vor. Das sei aber bei einer im Grundwasserbereich geführten Tunnelröhre eine wichtige Frage, nämlich ob diese überhaupt dichthalten könne.

Kritik hagelte es auch an der Berechnung der anzunehmenden Luft-und Lärmverschmutzung: Die Gutachter der Behörde hätten nicht ausreichend nachgewiesen, dass alle Grenzwerte eingehalten werden können, wie Aron Vrtala, Sachverständiger für Luftschadstoffe, erklärte. Peter Weish, Präsident des Forums Wissenschaft und Umwelt (FWU), verwies allgemein auf die fehlende Nachhaltigkeit: „Es ist angesichts steigender Staatsschulden unverantwortlich, diesen Weg gegen alle Erfordernisse von Klimawandel und ,Peak Oil‘ weiter zu beschreiten.“

Rehm: „Doris Bures soll die Reißleine ziehen“ 

Wolfgang Rehm, Sprecher der Umweltorganisation VIRUS, forderte Infrastrukturministerin Doris Bures gar auf, endgültig „die Reißleine zu ziehen“. Denn insgesamt habe die Plattform bereits 13 Gegengutachten in das laufende UVP-Verfahren eingebracht. Außerdem habe man Befangenheitsanträge gegen sechs Behördengutachter gestellt, erklärte Rehm.

Die ASFINAG kontert durch ihren Sprecher Christoph Pollinger: „Es gab nur gewissenhafte Planungen durch Top-Experten. Die Projektunterlagen zielen auf besten Anrainer- und Umweltschutz ab und selbstverständlich sind alle Anforderungen in puncto Grundwasser-, Hochwasser- sowie Erdbebenschutz berücksichtigt.“ So seien für die Planung des Tunnels neben österreichischen auch internationale Ingenieurbüros an Bord. Und seit 2007 werde geplant: Mehr als 9.000 Seiten Bericht und über 300 Pläne fänden sich bereits in den UVP-Unterlagen. Rehm weist die Behauptungen der ASFINAG, ihr Projekt hätte Top-Planungsqualität, zurück: „Wenn dem so wäre, dann hätte das seit 2009 laufende UVP-Verfahren längst abgeschlossen sein müssen.“

Die UVP bezieht sich unter anderem auf den knapp neun Kilometer langen S1-Südabschnitt, der zum Großteil aus dem unter der Lobau verlaufenden Tunnel bestehen wird. Das aufwendige Teilstück wird nach aktuellem Stand 2018 in Angriff genommen und soll ab 2025 befahrbar sein. Ende.

Österreichische Umweltverträglichkeitsprüfungen sind wie immer die reinste Farce und eine Steuergeldverschwendung in unfassbarem Ausmaß (abertausende Seiten, erstellt von hochbezahlten Gutachtern erklären ein nicht umweltverträgliches Projekt für umweltverträglich) :

http://derstandard.at/1392686988631/Vorwuerfe-gegen-Lobautunnel-Projekt
http://wien.orf.at/news/stories/2559134
http://www.vienna.at/s1-umweltschuetzer-orten-grobe-maengel-bei-uvp-der-wiener-nordostu...
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/unterwegs/612587_Lobau-Autobahn-erdbebensi...
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130725_OTS0037/virus-zu-a5s1s8-zeitplan-asfina...

S1-UVP-Farce

Roland, Dienstag, 11. März 2014, 12:08 @ BUH

NÖN Online - S 8: Wieder Verzögerung

"Erstaunlich ist auf jeden Fall, dass sich die Gänserndorfer Lokalpolitik zu den neuerlichen Verzögerungen bei S 8 und S 1 noch nicht zu Wort gemeldet hat. Weder die Befürworter der Schnellstraßen (ÖVP, SPÖ und FPÖ) noch die Gegner (Grünen)."

S1-UVP-Farce

war zu erwarten ...., Mittwoch, 12. März 2014, 12:05 @ Roland

In Österreich wurde einst sogar ein Atomkraftwerk gebaut, das aber nie in Betrieb ging ...

In Österreich wird einmal sogar eine Autobahn gebaut, die aber nie in Betrieb geht ... -> zu gefährlich.

Milliardenloch Lobauautobahn ... die verkehrspolitische Hypo Alpe Adria.

S1-UVP-Farce

Roland, Mittwoch, 19. März 2014, 11:30 @ BUH

NÖN Online: Zorn und Zufriedenheit
Völlig unterschiedlich sind die Reaktionen der Lokalpolitik auf die Ankündigung der Asfinag, dass sich der Bau der S 8 um ein bis zwei Jahre verzögern wird.

S1-UVP-Farce

Roland, Montag, 30. Juni 2014, 23:56 @ BUH

NÖN.at: Neue Zeitpläne für Autobahn-Neubauten in NÖ

"[...] Fest stehen auch die Baustarts der Weinviertler-Schnellstraße S3 von Hollabrunn bis Guntramsdorf, sowie der Marchfeld-Schnellstraße S8 vom S1-Knoten bis Gänserndorf. Beide Projekte sollen noch diesen Sommer zur Begutachtung aufgelegt, im zweiten Halbjahr 2016 zu bauen begonnen und 2019 fertiggestellt werden."

S1-UVP-Farce

siehe auch thread, Mittwoch, 02. Juli 2014, 14:05 @ Roland

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