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offenes Forum Deutsch-Wagram

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23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw. (Gemeinde)

Molch, Donnerstag, 16. September 2010, 10:55

EINLADUNG der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram und der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal zur Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema „Hohe Grundwasserstände – Kellervernässungen“ am Donnerstag, den 23.09.2010 um 18:00 Uhr im Betriebshof Marchfeldkanal, Franz Mair-Straße 47, 2232 Deutsch-Wagram

Es informieren Sie:
Herr Mag. Dr. Ehrendorfer
Referatsleiter Grundwasser, Abt. Hydrologie und Geoinformation im Amt der NÖ-Landesregierung
Baumeister Ing. Gerhard Lahofer
Innungsmeister-Stv. NÖ Landesinnung Bauhilfsgewerbe und Sachverständiger
Vertreter der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

hier werden, Donnerstag, 16. September 2010, 12:18 @ Molch

sie schlau gemacht:::

1. gute Gummistiefel wo kaufen
2. die richtige Pumpe auswählen
3. Keller abdichten für Heimwerker

anschließende Podiumsdiskusion

Schwimmbad oder Ententeich im ORG

:headbang:

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

molch, Donnerstag, 16. September 2010, 18:10 @ hier werden

stimmt genau!
Außerdem neue Einnahmen für die Gemeinde durch Kommunalsteuer -
Eröffnung der Tauchschule Hagergasse!

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

aber nur, Freitag, 17. September 2010, 18:38 @ molch

wenn man vom ORG zur Kläranlage durchtauchen kann...:rofl:

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

:(, Samstag, 18. September 2010, 00:06 @ Molch

EINLADUNG der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram und der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal zur Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema „Hohe Grundwasserstände – Kellervernässungen“ am Donnerstag, den 23.09.2010 um 18:00 Uhr im Betriebshof Marchfeldkanal, Franz Mair-Straße 47, 2232 Deutsch-Wagram

Es informieren Sie:
Herr Mag. Dr. Ehrendorfer
Referatsleiter Grundwasser, Abt. Hydrologie und Geoinformation im Amt der NÖ-Landesregierung
Baumeister Ing. Gerhard Lahofer
Innungsmeister-Stv. NÖ Landesinnung Bauhilfsgewerbe und Sachverständiger
Vertreter der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal


Würde mich auch interessieren, was es hier zu diskutieren gibt...
a.) Kanäle unzureichend dimensioniert ? Gemeinde zuständig ? Rückschlagklappe im Kanal sinnvoll oder nicht ? Der eine sagt ja, der andere nein, der eine ja, der andere nein, der.....
b.) Grundwasser hoch -> Keller undicht -> selber schuld ?-> praktisch, dass gleich ein Baumeister vorhanden ist. ;)) Gibt es Sanierungstips ? :))

Sicher eine interessante Veranstaltung, sollte man sich ansehen..

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

Bloms, Donnerstag, 07. Oktober 2010, 01:53 @ Molch

Nachdem sich unsere Politiker seit nunmehr Monaten beim Thema Grundwasser in Alibiaktion und Selbstbeweihräucherung üben, die wie üblich von unserer willfährigen Presse unreflektiert abgedruckt wird, ohne auch nur ansatzweise eine Lösungsmöglichkeit für Deutsch-Wagram aufzuzeigen, muss leider festgehalten werden:

Ein weiteres Beispiel für das völlige Versagen unserer Politiker (und damit ist nur Deutsch-Wagram gemeint, denn in anderen Gemeinden wird an Lösungen gearbeitet oder diese zumindest hart gefordert).

Auch unsere Lokalzeitungen beweisen in dieser Causa wieder einmal sensationelle Niveaulosigkeit. Die Krönung lieferte wie so oft die Zeitung "Bezirksblätter Gänserndorf". Unter dem Kürzel (mg) schreibt die/der Verfasser/in des Artikels leicht abgeändert den Kommentar über die Infoveranstaltung von der ÖVP-Homepage ab. Doch nicht einmal das gelingt, die Höhe der Förderungen wird nicht richtig wiedergegeben. Das nenne ich eine unabhängige, gut recherchierte Presseinformation.

Information der Bürger, gut und schön. Nur, sind diese Informationen auch richtig, und helfen diesen Informationen den Bürgern bzw. den Opfern in irgendeiner Weise?

Offenbar hatte diese Veranstaltung (wie viele ähnliche) nur einen Zweck: Alle Beteiligten, der Bund, die NÖ Landesregierung, unsere Gemeinde und das Baugewerbe (inkl. SV) wollen jede Verantwortung von sich weisen und beschwichtigen. Wie üblich in Österreich, wurden Fakten und Warnungen jahrelang ignoriert, und am Ende will niemand die Verantwortung übernehmen.

Auch die Expertise, die auf den Internetseiten der !wir zu lesen ist, (http://www.wir4dw.at/?p=3532) verwundert einigermaßen.

"Grundwasser wird noch steigen", ist dort zu lesen. Und: "...Wasser hat die Eigenschaft nachzurinnen". Das ist doch eine sehr ermutigende und interessante Information, nicht wahr? Man könnte vielleicht das Wasser in den abgedichteten Rußbach pumpen, dann rinnt es nicht mehr nach, aber egal.

Verwunderlich, da die !wir Mandatare weder Gutachter auf dem Gebiet der Hydrologie/Geologie oder Wasserwirtschaft sind, noch erscheint das Zitieren einer Stellungnahme des Lebensministeriums ausreichend, um die Situation abschließend beurteilen zu können. Wie die !wir bereits vor der Informationsveranstaltung am 23. 9. zu einem derart eindeutigem Urteil gelangen können, ist ebenso unergründlich, wie der Umstand, dass alle Parteien (inkl. !wir) diesbezügliche Warnungen beim Bau des ORG (samt der halb unterirdischen Turnhalle) ignoriert haben (siehe http://www.buh.at/forum/index.php?id=1134 ).

Jedenfalls, sehr hilfreich für die Betroffenen sind solche Aussagen nicht. Auch nicht der Hinweis auf Landesförderungen, für die nachtägliche Sanierung. Die 5000 Euro oder bis zu 15.000 Euro, wie es neuerdings auf den Internetseiten der ÖVP Deutsch-Wagram heißt, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein bei seriösen Kosten von 50.000 bis weit über 100.000 Euro für die nachträgliche Abdichtung eines Kellers gegen drückendes Grundwasser.


Zu den Fakten:

Laut den Jahresberichten 2001 und 2007 (neuere Berichte wurden bisher merkwürdigerweise nicht veröffentlicht) der Marchfeldkanal-Gesellschaft, siehe:

http://www.marchfeldkanal.at

geht die Entwicklung des Marchfeldkanalsystems auf eine gemeinsame Initiative von Bund, Land Niederösterreich und Region Marchfeld zurück. Hauptziel des Marchfeldkanalsystems ist der Ausgleich des Wasserdefizits in der Region durch Zuleitung von Donauwasser.

Die Finanzierung der Errichtung des Marchfeldkanalsystem erfolgte über den gesetzlich
festgelegten Schlüssel
- 45 % Bund
- 30 % Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds
- 15 % Katastrophenfonds
- 10 % Land Niederösterreich
bei einem Gesamtfinanzierungsvolumen von 2,86 Mrd. ÖS.

Die Errichtungstätigkeit liegt/lag bei der (bundesdominierten) Errichtungsgesellschaft Marchfeldkanal. Die Kosten des Betriebes werden von der (landesdominierten) Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal getragen, die entsprechend den gesetzlichen Grundlagen in absehbarer Zeit die Anlagen übernehmen wird (und nunmehr hat).

Anm.: Der Bund zahlt bis zum Jahr 2043 jährlich € 785.000 an die Betriebsgesellschaft.

Mitglieder des Kuratoriums (Anm.: eine Art Aufsichtsrat) der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal:

Vertreter des Landes Niederösterreich:

Mitglieder: ÖkR Bernhard WOLFRAM (Vorsitzender) bis 10.10.2007
Bgm. Friedrich QUIRGST (Vorsitzender) ab 10.10.2007
LAbg.i.R. Hans MUZIK (Stellv. Vorsitzender) bis 10.10.2007
Präs. Bgm. Bernd VÖGERLE (Mitglied bis 10.10.2007,
Stellv.Vorsitzender ab 10.10.2007)
Dkfm. Dr. Dieter NEFISCHER (Stellv. Vorsitzender)
Direktor Mag. Erich TRENKER (Mitglied ab 10.10.2007)
HR Dipl.-Ing. Ludwig LUTZ
Ersatzmitglieder: ÖkR. Josef BUBENICEK (bis 14.06.2007)
Bgm. Friedrich QUIRGST (Ersatzmitglied ab 14.06.2007 bis 10.10.07)
Dipl.-Ing. Christian PALKA (ab 10.10.2007)
Franz CHROMECEK (bis 10.10.2007)
Bgm. Rudolf PLESSL (ab 10.10.2007)
LAbg. Bgm. Herbert NOWOHRADSKY
Bgm. Dir. Peter NAGEL (ab 10.10.2007)
Direktor Mag. Erich TRENKER (Ersatzmitglied bis 10.10.2007)
HR Dipl.-Ing. Peter OBRICHT

Vertreter des Bundes:

Mitglied: MR Dr. Viktor SIEGL, BMVIT
Ersatzmitglied: MR Dipl.Ing. Dr. Leo GRILL, BMVIT (bis 10.10.2007)
BSc. Gerhard KUSEBAUCH (ab 10.10.2007)

Anm.: Hauptziel des Marchfeldkanals war es, den bis in den 1980er Jahren stark abgesunkenen Grundwasserspiegel im Marchfeld durch die Versickerung von Donauwasser anzuheben.

Insgesamt gibt es drei Grundwasseranreicherungsstandorte:

[Standort, Versickerungstyp, Fläche in m², max. Anreicherungskonsens]

1. Stallingerfeld (Deutsch-Wagram), Beckenversickerung, 13.000, 150 l/s
2. Rußbach-Mühlbach (Deutsch-Wagram), Grabenversickerung, 15.000, 120 l/s
3. Speltengarten, Grabenversickerung, 2.000, 70 l/s

Die Anlagen an den Standorten Stallingerfeld und Rußbach-Mühlbach wurden 2001 baulich
weitgehend realisiert, sodass im Jahr 2002 nach Erfüllung der Bescheidauflagepunkte vom
Probebetrieb auf den Regelbetrieb übergegangen werden kann.

Anlagenschema (Quelle: http://www.marchfeldkanal.at )

[image]


Tatsache ist, dass der Grundwasserspiegel seit dem Bau des Marchfeldkanals stark angestiegen ist. Nachdem nunmehr zahlreiche Keller in mehreren Gemeinden im Marchfeld vom Grundwasser überflutet wurden, hat sich mittlerweile sogar eine Bürgerinitiative "Grundwasserproblem Marchfeld" gebildet:

http://www.wir-pumpen.at/index.htm

Obwohl die Situation im Unterlauf des Marchfeldkanals (südöstliches Marchfeld) nur bedingt mit der von Deutsch-Wagram vergleichbar ist, da hier das Marchfeldkanalsystem auch zur Grundwasserabsenkung herangezogen werden kann, hat diese Bürgerinitiative doch einige widersprüchliche Aussagen zu Tage gefördert und ordentlich Bewegung in die Angelegenheit gebracht.

Während es im Jahresbericht (JB) 2000 heißt, die Grundwasseranreicherung wird an zwei Standorten, Deutsch-Wagram/Stallingerfeld und Russbach-Mühlbach, im (Versuchs-) Betrieb gefahren, und im JB 2001 der Gesellschaft noch von einem Beginn des Regelbetriebes der Versickerungsanlagen im Jahr 2002 berichtet wird, meint das Lebensministerium (BMLFUW) in seiner Stellungnahme (siehe am Ende), es hätte ausgenommen eines kurzen Versuchsbetriebes im Jahr 1993 NOCH NIE eine Versickerung über die Versickerungsanlagen stattgefunden.

Eine gleichlautende Zusammenfassung der Überprüfung des BMLFUW, als Oberste Wasserrechtsbehörde, ist auch auf den Internetseiten der Marchfeldkanal-Betriebsgesellschaft zu finden.

Da stellt sich schon die Frage, wozu um über 200 Mio. Euro überhaupt ein Marchfeldkanal gebaut wurde, und wie dieser Widerspruch zu erklären ist?

Zudem räumt das BMLFUW ein, dass nur Aufzeichnungen bis einschließlich 2008 vorlägen, und zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Grabenversickerung Rußbach-Mühlbach dort 10 l/s versickert werden können/müssen.

Zweifellos sind die starken Niederschläge der letzen Jahre hauptverantwortlich für den Anstieg des Grundwasserspiegels. Auf die Fragen inwieweit folgende, zusätzliche Faktoren zur Erhöhung des Grundwasserspiegels beigetragen haben, wird jedoch nicht eingegangen:

- schon im JB 2000 der Marchfeldkanalgesellschaft wird erwähnt, dass 1000 ha (!) landwirtschaftliche Flächen durch Direktentnahme von Beregnungswasser aus dem Marchfeldkanal bewässert werden (ca. 0,5 Mio. m3/Jahr),

- die Bürgerinitiative "wir pumpen" stellt die berechtigte Frage, ob die Abdichtungen des Marchfeldkanals noch dicht sind (ob das Messstellennetz ausreicht, um Leckstellen zu erfassen, ist fraglich),

- die Marchfeldkanalgesellschaft dokumentierte auf ihren Internetseiten und dem Jahresbericht 2000 die Absenkung des Nitratgehaltes des Grundwassers durch die Grundwasseranreicherung (also, wie viel wurde tatsächlich versickert?):


[image]

Und hinsichtlich Deutsch-Wagram stellen sich noch ganz andere Fragen:

- inwieweit ist es durch die Einstellung des Betriebes der pestizidverseuchten Brunnen der Wasserversorgungsanlage (Fabrikstraße) zu einer Erhöhung des Grundwasserspiegels gekommen (Anm.: durch die leistungsstarken Pumpen von WVA wird der Grundwasserspiegel oft kilometerweit abgesenkt- so genannter Absenktrichter),

- inwieweit ist es durch die Verringerung des Betriebes der nitratverseuchten Brunnen des ersten Grundwasser-Horizonts unserer Wasserversorgungsanlage zu einer Erhöhung des Grundwasserspiegels gekommen,

- welchen Einfluss auf den Grundwasserspiegel haben die Versickerungsanlagen der neu errichteten Autobahn S 1,

- wurden bei diversen Bauvorhaben in der Umgebung (ORG usw.) mittels Pumpen der Grundwasserspiegel abgesenkt (und damit anderswo erhöht)?

Ohne Klärung dieser Fragen durch ein einen unabhängigen Gutachter lässt sich wohl kein abschließendes Urteil über die Gründe der Kellerüberflutungen in Deutsch-Wagram fällen.

Eines kann jedoch mit Sicherheit konstatiert werden: Das völlige Versagen unserer Baubehörden.

Hinweis: Baubehörde I. Instanz ist der Bürgermeister, Baubehörde II. Instanz ist der Stadtrat, und im weiteren Instanzenzug sollte der Gemeinderat und die NÖ Landesregierung über die Einhaltung des Baurechts wachen. Gesetzgeber ist der NÖ Landtag.

Jetzt, nachdem zahlreiche Keller unter Wasser stehen, beschließt unser Gemeinderat der Baufibel ein entsprechendes Informationsblatt über die örtliche Grundwasserproblematik beizulegen. Jetzt, nachdem der Grundwasserspiegel seit Mitte der 1990er Jahre stark steigt, und Bürgermeister unserer Gemeinde (und Nachbargemeinden) seit Jahrzehnten im Kuratorium der Marchfeldkanal-Gesellschaft sitzen, also bestens informiert sein müssten.

Doch diese Vorgangsweise ist wieder nur eine Augenauswischerei. Die Baubehörde hat nicht nur zu informieren, sondern die Einhaltung der NÖ Bauordnung zu gewährleisten.

Neben anderen diesbezüglichen Bestimmungen besagen § 3 und § 44 der NÖ Bautechnikverordnung (BTV) eindeutig:

(1) Ein- oder Zweifamilienhäuser (allg. Bauwerke) müssen gegen das Eindringen und Aufsteigen von Wasser im Boden (z.B. Bodenfeuchtigkeit, Grundwasser) abgedichtet sein.

Zudem hängt die Bewilligungsfähigkeit von Wohnräumen und anderen Aufenthalträumen (zB Hobbyräumen im Keller) vom höchsten örtlichen Grundwasserspiegel ab (§ 37 BTV). Ebenso die Bewilligungsfähigkeit von Versorgungsleitungen und dgl.

Wobei in jeder kommentierten Bauordnung angemerkt wird, was jeder Bautechniker weiß: Auskünfte und Gutachten über den höchsten örtlichen Grundwasserspiegel erteilt der hydrographische Dienst der NÖ Landesregierung. Oder ein Gutachten eines Zivilingenieurs/Ingenieurkonsolenten einschlägiger Fachgebiete.

Das heißt, nachdem seit Jahrzehnten (1965 bis 1967 waren die letzten Höchststände) bekannt ist, welche Gebiete in Deutsch-Wagram von hohen Grundwasserständen betroffen sind, hätte die Baubehörde Gebäude ohne entsprechende Auflagen zur Abdichtung der Keller NICHT bewilligen dürfen.

Und die ausführenden Firmen (bzw. die Bauführer) wären ebenfalls zur Einhaltung der Bauordnung/BTV verpflichtet gewesen.

Jeder Bauherr oder Häuselbauer, der eine Baubewilligung erwirkt und Fachleute mit der Ausführung betraut und dafür viel Geld ausgibt, muss darauf vertrauen können, dass sein Bauwerk entsprechenden den Gesetzen und dem Stand der Technik ausgeführt wird.

Wozu zahlen ein Bauherr und unsere Gemeinde für Bausachverständige, wenn nicht einmal die elementarsten Bestimmungen und Grundsätze fachgerechter Errichtung von Bauwerken eingehalten werden? Und zu den ersten Informationen, die für die Planung eines Gebäudes erforderlich sind, zählt wohl der höchst mögliche Grundwasserspiegel.

Wozu unterhält das Land NÖ unzählige Behörden und Sachverständige, wenn diese nicht einmal in der Lage sind, durch einfachste Maßnahmen und Vorschriften, einen immensen volkswirtschaftlichen Schaden zu verhindern?

Wie auch auf den Internetseiten der Marchfeldkanal-Gesellschaft zaghaft angedeutet, sollten sich die Betroffenen daher nicht mit Ausreden abspeisen lassen.

Für Planungsfehler besteht im Regelfall eine 30-jährige Haftung. Über die darüber hinaus gehende Verantwortung von Behörden und anderen Beteiligten an dem Desaster informieren Juristen und einschlägige Zivilingenieure bzw. Ingenieurkonsolenten.


Nebenbei bemerkt, ist das vom Gemeinderat vorgesehene Informationsblatt über die örtliche Grundwasserproblematik in der Baufibel auch schon wieder hinfällig. Die NÖ Bauordnung soll am 7. Oktober im Landtag reichlich spät dahingehend novelliert werden, dass in den Einreichunterlagen die Angabe des höchsten Grundwasserspiegels vorhanden sein muss.

Seit knapp drei Jahren veröffentlicht die NÖ Landesregierung auf ihren Internetseiten eine Karte der Grundwasserhöchststände basierend auf den Höchstständen 1965 – 1967 und den hundertjährigen Hochständen seit 1940 (Achtung, große Datei, 8,5 MB).

http://www.noel.gv.at/Externeseiten/wasserstand/grundwasser/img/K16_MAF_MAX_HGW6567_u_H...

http://www.noel.gv.at/Externeseiten/wasserstand/htm/wndcms.htm

Ausschnitt (rot= Grundwasserflurabstand <= 2 m, grün > 4 m ):


[image]


Doch auch diese Karte kann nur grobe Anhaltswerte liefern, da theoretisch noch höhere (zB 200-jährige) Grundwasserstände möglich wären, und vor allem der künftige Einfluss des Marchfeldkanals aus der Karte nicht ablesbar ist.

Hinsichtlich Bautechnik sollte noch vor einer vorschnellen Beauftragung von Abdichtungsmaßnahmen gewarnt werden. Eine nachträgliche Abdichtung eines herkömmlich gebauten Kellers gegen drückendes Grundwasser ist, wenn überhaupt, in vielen Fällen nur mit enormem (finanziellem) Aufwand möglich.

Langfristige Lösungen für das Problem sind daher gefragt. Basierend auf einer Bestandsaufnahme der Anzahl der möglichen Betroffenen und der anfallenden Kosten (Millionen an Förderungen für kurzfristige Maßnahmen und unzureichende Kellersanierungen zu verschwenden, kann nicht wirtschaftlich sein).

Bei einem so teuren Projekt, wie dem Marchfeldkanal, das primär der Stabilisierung des Grundwasserstandes sowie dem Hochwasserschutz dienen sollte, hätte man eigentlich Überlegungen/Maßnahmen hinsichtlich zu hoher Grundwasserstände in Deutsch-Wagram erwarten dürfen. Also, langfristig ein Stabilisierung in beiden Richtung zu erreichen.

Während laut Zeitungsberichten in anderen Gemeinden Lösungen erarbeitet werden, begnügt sich unsere Gemeinde (abgesehen von einigen halbherzigen Einzelmaßnahmen) offenbar mit einer Bürgerinformation über die Grundwassersituation. In Gerasdorf/Seyring beispielsweise wird ein Drainagesystem zur Absenkung des Grundwasserspeiegels gebaut, und im Unterlauf des Marchfeldkanals bzw. Rußbaches sollen die Hochwasserpumpen (wie immer vorgesehen) zur Absenkung des Grundwasserspiegels eingesetzt und bauliche Maßnahmen gesetzt werden.

Warum werden ähnliche Lösungen für Deutsch-Wagram nicht einmal angedacht?

- ist der Rußbach/Mühlbach vor dem Zusammenfluss mit dem Marchfeldkanal abgedichtet?

- welche Auswirkung (Absenkwirkung) hätte ein Drainagesystem (wie im unteren Abschnitt inkl. Pumpen), das Grundwasser in den oberen Rußbach pumpt, auf den Grundwasserspiegel?

Auf jeden Fall kann es keine Lösung sein, darauf zu warten, dass nach den nächsten Rekordniederschlägen die Keller von (überspitzt) halb Deutsch-Wagram unter Wasser stehen.

Fazit: Von Politikern und Vertretern des Landes NÖ, die einerseits (im Kuratorium) die Interessen der Marchfeldkanal-Gesellschaft und andererseits die Interessen der Bevölkerung vertreten sollen, ist keine unabhängige Information zu erwarten. Die Aussagen des Lebensministeriums stehen im Widerspruch zu den Jahresberichten der Marchfeldkanal-Gesellschaft. Die Baubehörden (inkl. Landesgesetzgeber) haben versagt, und eine mangelhafte Ausführung nicht verhindert. Nicht Information über bestehende Probleme, sondern deren Lösung wäre angesagt.

Die Inbetriebnahme von einigen Feldbrunnen (und Hebewerken) in Deutsch-Wagram kann doch wohl nicht ernsthaft als langfristige Lösung erachtet werden.

Wenn es möglich ist, um über 200 Mio. einen Marchfeldkanal zu bauen, 40 Mio. für die Vorfanzierung der S8 auszugeben, und 16,6 Mio. nur für kurzfristig wirksame Maßnahmen (und Förderungen für oft unzureichende Kellersanierungen) gegen die aktuellen Hochwasser-Auswirkungen einzusetzen, dann sollte es kein allzu großes Problem darstellen, die recht einfach gelagerte Grundwasser-Situation von Deutsch-Wagram dauerhaft zu entschärfen. Sprich, den Grundwasserspiegel durch bauliche Maßnahmen bzw. Pumpwerke auf einem ungefährlichen Niveau zu stabilisieren.

Apropos Jahrhundertprojekt Marchfeldkanal. In diesem Zusammenhang stellen sich weitere Fragen zu zwei andern, als Jahrhundertprojekte (besser als Katastrophen-Projekte) bezeichneten Vorhaben:

1. Der neue Brunnen unserer Wasserversorgungsanlage der durch die Versickerungsanlage Stallingerfeld (Tiefe 30 m, 30 l/s) gespeist werden soll:

- wie soll der Brunnen durch Donauwasser gespeist werden, wenn die Versickerungsanlage wegen hoher Grundwasserstände nicht (laut BMLFUW seit 1993 NOCH NIE) in Betrieb genommen werden kann?

- welche Wasserqualität wird der neue Brunnen liefern, wenn die Wehre des Marchfeldkanals wegen einem Ölteppich oder Schadstoffalarm auf der Donau geschlossen werden müssen (also die Versickerungsanlage ebenfalls außer Betrieb ist)? Die gleiche Qualität, wie die pestizidverseuchten Brunnen der Fabrikstraße (die Chloridazon-Belastung ist laut letzter Trinkwasseruntersuchung weiter gestiegen)?

- welche Wasserqualität kann ein Uferfiltrat der Donau nach der Einleitung der Abwässer unzähliger Kläranlagen überhaupt liefern (DOC/ RDOC bzw. sonstige Medikamentenrückstände, wie bei ähnlichen Anlagen)?

2. S8 Marchfeld-Schnellstraße:

Bereits vor über zwei Jahren ist die Diskussion entstanden, ob die Trasse der S8 im Bereich Deutsch-Wagram wie geplant mehrere Meter unter dem Geländeniveau geführt werden kann. Bereits damals kursierte die oben dargestellte und erwähnte HGW 100 Karte. Nach aktuellem Kenntnisstand ist die viel gepriesene Tieferlegung eine Fehlplanung, abgesehen davon, dass im gesamten Bereich durch die unzähligen ehemaligen Schottergruben und Deponien inhomogene, unvorhersehbare Grundwasserverhältnisse vorherrschen. Auf das erhebliche Sicherheitsrisiko (Wahnsinn) über der Grabenversickerungsanlage Rußbach-Mühlbach eine Autobahn zu bauen, haben auch bereits 2005 die Fachgutachter bei der S8-Voruntersuchung hingewiesen.

Fragen über Fragen und Probleme über Probleme, die von unseren Politikern unbeantwortet bleiben oder ignoriert werden. Am Ende ist dann wieder niemand verantwortlich.

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Quelle:

http://www.wir-pumpen.at/ministerium.htm


Von: HAGEN, Rainer <Rainer.HAGEN@lebensministerium.at>

Gesendet: Mittwoch, 15. September 2010 16:51

An: 'wildad@gmx.at'

Cc: WIENERROITHER, Herbert

Betreff: Marchfeld, hohe Grundwasserstände, Marchfeldkanal, wasserrechtliche Bewilligung , Plattform/Bürgerinitiative


S.g. Frau Orlovic!

Ich darf Ihnen in Bezug auf ihr Schreiben die Stellungnahme unseres Amtssachverständigen übermittel. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

ad Grundwassersituation im Marchfeld

Durchgehende und systematische Aufzeichnungen von Grundwasserständen im Marchfeld liegen seit Mitte der 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts vor. Die Auswertung der vorliegenden Daten zeigt, dass beginnend etwa um das Jahr 1965 im gesamten Marchfeld zu einem Absinken der Grundwasserstände zu beobachten war. Bereichsweise nahm die Absenkung ein dramatisches Ausmaß an. So betrug im Zeitraum 1960 bis 1985 die Absenkung des Grundwasserspiegels im Bereich Deutsch Wagram fast 3 m und im Bereich Lassee rund 2 m.

Als Ursache dieses Rückganges wurde die Eintiefungstendenz der Donau, die Regulierung der Bäche des Weinviertels und des Marchfeldes, die fortschreitende Versiegelung und Verbauung großer Flächen und vor allem die über die natürliche Grundwasserneubildung weit hinausgehende Grundwasserentnahme für die Beregnung landwirtschaftlich immer intensiver genutzten Flächen verantwortlich gemacht.

Durch die Zuleitung und gezielte Anreicherung (Versickerung) des Grundwassers mit Donauwasser sollte einer „Versteppung“ des Marchfeldes entgegengewirkt, die wasserwirtschaftliche Situation im Marchfeld und die Gewässergüte in den Vorflutern Ruß- und Stempfelbach entscheidend verbessert werden. Ziel des auch als „Jahrhundertprojekt“ bezeichneten Vorhabens war es auch, die landwirtschaftlichen Erträge zu sichern, eine volkswirtschaftlich dringend erforderliche Produktions­umlenkung zu Alternativprodukten zu ermöglichen und das für Industrie, Gewerbe und Haushalte benötigte Wasser bereitzustellen.

Ab etwa der Mitte der 90iger Jahre führte verstärkte Niederschlagstätigkeit und damit verbundene Grundwasserneubildung in Teilen des Marchfeldes zu einem Wiederanstieg des Grundwassers in durchaus beträchtlichem Ausmaß. So stiegen im Zeitraum 1995 bis 2010 die Grundwasserstände im Bereich Deutsch-Wagram und Obersiebenbrunn um mehr als 2 m, im Bereich Lassee und Engelhartstätten um mehr als 1 m. Ein Umstand der offensichtlich bei der Planung und Errichtung vieler nunmehr von den hohen Grundwasserständen betroffenen Einbauten jüngeren Errichtungsdatums in den Grundwasserschwankungsbereich leider vielfach übersehen bzw. nicht beachtet wurde.

Ergebnissen vorliegender Daten zufolge lagen die im Zeitraum 1995 bis 2009 über jeweils 5 Jahre gemittelten jährlichen Gebietsniederschläge zum Teil um mehr als 100 mm über dem an der Station Deutsch-Wagram im Zeitraum 1981 bis 2005 beobachteten mittleren Niederschlag. Die dadurch bedingte erhöhte Grundwasserneubildung führte zu einem stetigen Anstieg der Grundwasserstände. Verstärkt wurde diese Tendenz noch dadurch, dass in den letzten Jahren auch in der Vegetationszeit große Mengen an Niederschlägen beobachtet werden konnten, was zur Folge hatte, dass weniger Grundwasser für die Beregnung landwirtschaftlicher Flächen entnommen wurde. Ein Umstand der den weiteren Anstieg der Grundwasserstände wesentlich begünstigte.

Aus dieser kurzen Zusammenfassung kann abgeleitet werden, dass die Ursache der derzeit sehr hohen Grundwasserstände im Marchfeld auf die überdurchschnittlich hohen Niederschläge in den letzten Jahren zurückgeführt werden kann. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass auch in vielen anderen Gebieten im Osten Österreichs (nördl. Tullnerfeld, Bereich Langenzersdorf, Wiener Stadtbereich, Teilen des südl. Wiener Becken und des nördlichen Burgenlandes) und im östlich angrenzenden Ausland (Ungarn) die Grundwasserspiegel in den letzten Jahren deutlich angestiegen sind. Die auf Basis von jahrzehntelangen Messreihen im Marchfeld und in den anderen genannten Gebieten derzeit beobachteten Grundwasserstände sind als hoch bzw. sehr hoch zu werten.

In Anbetracht des Umstandes, dass derzeit in weiten Bereichen im Osten Österreichs im gleichen Zeitraum hohe und höchste Grundwasserstände zu beobachten sind, können aus fachlicher Sicht lokale Effekte als primäre Ursache des Grundwasseranstieges ausgeschlossen werden.

In Übereinstimmung mit einer Expertise des Hydrographischen Dienstes beim Amt der niederösterreichischen Landesregierung sind die überdurchschnittlich hohen Niederschläge der letzten Jahre, insbesondere jedoch der vergangenen 18 Monate als primäre Ursache der hohen Grundwasserstände anzusehen.

Es erscheint wichtig darauf hinzuweisen, dass im Marchfeld auch in früheren Jahrzehnten bereits gleich hohe bzw. auch noch höhere Grundwasserspiegel beobachtet wurden.

So liegen die aktuell hohen Grundwasserstände im Mittel noch 1,0 bis 1,5 m unter den im Jahr 1965 bisher gemessenen höchsten Grundwasserständen.

Eine Umkehr des steigenden Trends und damit ein Absinken des Grundwassers wird wegen der derzeit vorherrschenden Wettersituation als wenig wahrscheinlich beurteilt. Auch bei einem über längere Zeit andauernden Rückgang oder gänzlichem Aussetzen der Niederschlagstätigkeit kann wegen des relativ langsamen hydrogeologisch bedingten Ausfließens (geringes GW-Spiegelgefälle, mittlere Durchlässigkeit) des Grundwassers in die Vorfluter, ein rasches Absinken der Grundwasserstände nicht erwartet werden.

ad Funktionsweise des Marchfeldkanalsystems

Zur Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmaß der Bestand bzw. der Betrieb des Marchfeldkanalsystems für den Anstieg des Grundwassers im Marchfeld verantwortlich gemacht werden kann, wird ausgeführt:

Der Marchfeldkanal, der Obensiebenbrunnerkanal sowie weite Bereiche des Rußbaches und des Stempfelbaches wurden gegenüber dem Grundwasser dicht ausgeführt, bzw. nachträglich abgedichtet. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass das Grundwasser unkontrolliert mit Oberflächenwasser dotiert wird.

Zum Zwecke der Dotation des Grundwassers wurden insgesamt drei Versickerungsanlagen – Stallingerfeld, Rußbach-Mühlbach und Speltengarten – errichtet. Der Betrieb der Versickerungsanlagen und die damit verbundene Bewirtschaftung des Grundwassers sind in einer Betriebsordnung (Stand 2004) geregelt.

Gemäß dieser Betriebsordnung werden die Grundwasseranreicherungsanlagen über die den einzelnen Einzugsgebieten der Versickerungsanlagen zugeordneten Steuersonden geregelt.

Grundlage für die Ermittlung der maximal zulässigen Versickerungsraten an den einzelnen Versickerungsanlagen sind die Grundwasserstande, die in Intervallen von 14-Tagen an Steuersonden beobachtet und aufgezeichnet werden. Die beobachteten Grundwasserstände werden mit, den für jede Sonde festgelegten, Steuerhöhen laufend verglichen.

Liegt der Grundwasserstand an einer Steuersonde unterhalb der Steuerhöhe wird nach einem vorgegebenen Algorithmus (Betriebsordnung) die für die jeweilige Anlage zulässige Versickerungsrate berechnet.

Wird die Steuerhöhe an einer Sonde erreicht oder überschritten, darf nur mehr jene Wassermenge zur Versickerung gebracht werden, die über einen vorgegebenen Zeitraum eine Spiegeländerung von nicht mehr als 10 cm bewirkt. Wird die Steuerhöhe innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums nicht wieder unterschritten, so ist der Versickerungsbetrieb an den der Steuersonde zugeordneten Anlagen gänzlich einzustellen.

Die Steuerung der Grundwasseranreicherungsanlagen (Betrieb) wurde unter Berücksichtigung der zum Zeitpunkt der wasserrechtlichen Bewilligung erhobenen Tiefenlagen von Einbauten in den Untergrund mittels eines mathematischen Grundwassermodells festgelegt und optimiert.

Ausgenommen von dieser strikten Regelung der In- und Außerbetriebnahme der Versickerungsanlagen ist lediglich der Nahbereich der Versickerungsanlage Rußbach-Mühlbach. Hier ist ab dem Erreichen der Steuerhöhe ein Minimalbetrieb zu fahren. Um ein Austrocknen bzw. eine Verkrautung des Mühlbachs zu verhindern und damit die Funktionsfähigkeit der Versickerungsanlage auf Dauer zu erhalten, sieht die Betriebsordnung vor, dass der Rußbach-Mühlbach mit maximal 10 l/s dotiert werden kann. Die Zulässigkeit und Zweckmäßigkeit dieser Ausnahme wurde geprüft und auf ausdrücklichen Wunsch der Anrainergemeinden, abweichend vom ursprünglich festgelegten Bewirtschaftungskonzept, wasserrechtlich bewilligt.

Um den Entfall der Vorflutfunktion der teilweise gedichteten Gerinne Rußbach und Stempfelbach für das Grundwasser zu kompensieren, wurde an deren jeweils orographisch rechten Ufern ein Drainagesystem in Form eines Saumgangs errichtet, wasserrechtlich bewilligt und betreiben. Die Errichtungs- bzw. Betriebsgesellschaft (EM/BM) Marchfeldkanal wurde mit Bescheid des BMLF verpflichtet ein umfangreiches quantitatives und qualitatives hydrologisches Beweissicherungsnetz zu betreiben und die Ergebnisse in jährlich der Behörde vorzulegenden Beweissicherungsberichten darzustellen.

Darüber hinaus wurde die EM/BM verpflichtet, jährlich Berichte über dem Betrieb des Marchfeldkanals (Betriebsberichte) zu erstellen und der Behörde vorzulegen.

Den bis dato der Behörde vorgelegten und von dieser geprüften Berichten ist zu entnehmen, dass bis dato über die mittlerweile auch wasserrechtlich überprüften Versickerungsanlagen bisher keine Anreicherung des Grundwassers erfolgte.

Gründe dafür waren und sind die seit der Errichtung der Versickerungsanlagen hoch anstehenden Grundwasserstände im Marchfeld.

Lediglich bei der Anlage Stallingerfeld wurde 1993 über wenige Wochen ein Versuchsbetrieb mit relativ geringen Mengen gefahren.

Bis dato liegen Jahresberichte bis einschließlich 2008 vor. Aus fachlicher Sicht besteht auf Grund der gewonnenen Erfahrung kein Grund zur Annahme, dass in den Jahren 2009 und 2010, für die seitens EM/BM noch keine Berichte vorgelegt wurden, die Anlagen konsenswidrig betrieben wurden.

Zusammenfassung

Aus den ho. vorliegenden Unterlagen kann abgeleitet werden, dass die Ursachen der derzeit hohen Grundwasserstände auf die überdurchschnittlich hohen Niederschläge der letzten Jahre zurückzuführen sind. Aus fachlicher Sicht gibt es derzeit keinerlei Hinweise darauf, dass das Marchfeldkanalsystem als Ursache für die derzeit beobachteten Grundwasserhochstände in Frage kommt. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Grundwasserstände in derselben Höhe auch bei einem gedachten Szenario ohne Marchfeldkanal aufgetreten wären.

Zusammenfassend kann somit ein ordnungsgemäßer Betrieb des Marchfeldkanal­systems bestätigt werden.

Zum Schreiben der „Initiative“ wird im Detail ausgeführt:

Das Schreiben der „Initiative“ nimmt ausschließlich Bezug auf die Ausführungen im Bescheid des BMLF vom 21.01.1986, mit dem im Wesentlichen die Grundausstattung des Marchfeldkanalsystems wasserrechtlich bewilligt wurde. Dieser generelle Bescheid enthielt Hinweise und Vorgaben, die bei der Detailplanung grundwasserrelevanter Maßnahmen zu berücksichtigen waren. Details, in welchen Umfang die geplanten Maßnahmen die Grundwasserverhältnisse beeinflussen, Beeinflussungen hintan gehalten und die einzelnen Anlagen gesteuert werden, sind in den Detailprojekten A bis L dargestellt. Alle Detailprojekte wurden wasserrechtlich bewilligt.

ad Auflage 34 im Bescheid des BMLF vom 21.1.1986

Die zitierte Auflage, „Vorkehrungen zur Vermeidung unkontrollierter Grundwasserdotationen zu treffen“, ist genereller Natur und bezieht sich ausschließlich auf die Anlagen des Marchfeldkanalsystems. Maßnahmen die einem Grundwasseranstieg infolge ausschließlich niederschlagsbedingter Grundwasserneubildung entgegenwirken sollen/können, sind von dieser Auflage nicht betroffen.

Die generelle Auflage wurde in den genannten Detailbescheiden näher konkretisiert. Unter anderem wurde EM/BM mit Bescheid verpflichtet, alle Anlagen einer wasserrechtlich bewilligten Betriebsordnung gemäß zu betreiben und eine qualitative und quantitative hydrologische Beweissicherung vorzunehmen. Die wasserrechtlich bewilligte Betriebsordnung (Stand 2004) verpflichtet die EM/BM u.a., alle Anlageteile des Marchfeldkanalsystems den festgelegten Regeln entsprechend zu betreiben, alle Anlagenteile in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren, eventuell an diesen aufgetretene Schäden zu beseitigen und die Wasserrechtsbehörde über die gesetzten Maßnahmen in Kenntnis zu setzen. Das Beweissicherungsprogramm umfasst die Beobachtung zahlreicher Messstellen im unmittelbaren und mittelbaren Einflussbereich des Marchfeldkanalsystems.

Anhand der Beobachtungsergebnisse wäre es möglich, eine eventuell unkontrollierte Grundwasserdotation in Folge einer unzulässigen Inbetriebnahme der Versickerungsanlagen oder Leckstellen in den Dichtungen zu erfassen und zu lokalisieren. Wie bereits ausgeführt, kann den bisher vorliegenden Betriebs- und Beweissicherungsberichten entnommen werden, dass alle Anlageteile konsens­gemäß betrieben wurden und bis dato keine unkontrollierte Dotation des Grundwassers erfolgte. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass mit Ausnahme eines kurzen Probebetriebs der Anlage Stallingerfeld im Jahre 1993, infolge hoher natürlich bedingter hoher Grundwasserstände, bis dato keine Dotation des Grundwassers über das Marchfeldkanalsystems erfolgte.

ad Anmerkungen zu Seite 83 des Bescheides des BMLF vom 21.1.1986:

Aus fachlicher Sicht dürfte hinsichtlich der zitierten Aussage des seinerzeit mit der Angelegenheit befassten Amtssachverständigen seitens der „Initiative“ ein Missverständnis vorliegen. Der Amtssachverständige führte in seinem Gutachten aus, dass sich der Grundwasserstand durch die Dotation gegenüber den, vor Errichtung und Inbetriebnahme des Marchfeldkanalsystems, vorherrschenden Verhältnisse ändern würde (Anhebung um rd. 1 m). Unter Dotation war und ist die künstliche Anreicherung des Grundwassers durch Versickerung von Donauwasser über die errichteten Versickerungsanlagen und nicht die aufgrund von Niederschlägen bedingte Neubildung des Grundwassers zu verstehen. Wie bereits ausgeführt, wurde das Grundwasser im Marchfeld bis dato nicht künstlich angereichert. Folglich kann es weder im genannten Bereich (Unterlauf Stempfelbach) noch sonst wo im Marchfeld zu einer dotationsbedingten Anhebung des Grundwassers gekommen sein.

Zu den angesprochenen Detailfragen:

Sowohl der Obersiebenbrunner (OS) Kanal als auch weite Bereiche des Stempfelbaches wurden dicht ausgeführt. Um den Entfall des bereichsweise gedichteten Stempfelbaches als Vorfluter für das Grundwasser zu kompensieren, wurde ähnlich, wie entlang des Rußbaches, ein flussparalleles Drainagesystems geplant, wasserrechtlich bewilligt, errichtet und laufend betrieben. Nähere Details dazu können dem Detailprojekt L und der Betriebsordnung entnommen werden.

Eine Schließung des OS-Kanals würde entgegen der Ansicht der „Initiative“ keine Absenkung des Grundwasserspiegels bewirken. Der Ausfall der Dotation des Stempfelbaches würde jedoch, infolge seiner geringen natürlichen Wasserführung zu qualitativen Problemen bei der Einleitung selbst geklärter Abwässer führen. Der Stemepfelbach ist nicht wie von der „Initiative“ dargestellt, bis zum Beginn des EHZ Lassee sondern nur bis auf Höhe Bahnstraße abgedichtet.

Über die im Schreiben genannte Sperre im Stempfelbach liegen ho. keine näheren Informationen vor. Soweit ho. erinnerlich zeichnet jedoch der Stempfelbach-Wasserverband für den Betrieb und Erhaltung der Anlage verantwortlich.

Über die Versickerungsanlage Speltengarten fand und findet nach ho. Kenntnis, wie auch durch die vorliegenden Betriebs- und Beweissicherungsberichte bestätigt, keine Dotation des Grundwassers statt."

mfG

Mag. Rainer Hagen

Abteilung I6 - Wasserrecht
Stubenring 1, 1010 Wien
Tel. (+43 1) 71100 6947
Fax (+43 1) 71100 6503
rainer.hagen@lebensministerium.at


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Bezirksblätter Gänserndorf:

http://www.meinbezirk.at/Gaenserndorf/bez_25/channel_1-1-16/chsid_1/uid_4674/id_811763


Info über das Grundwasser

(29.09.10) Die Stadtgemeinde Deutsch-Wagram und die Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal luden zur Informationsveranstaltung „Hohe Grundwasserstände – Kellervernässungen“ ein.

DEUTSCH-WAGRAM (mg). Zahlreiche Besucher aus Deutsch-Wagram sowie aus anderen betroffenen Marchfeld-Gemeinden waren gekommen.
Zuerst referierte Mag. Dr. Ehrendorfer (Referatsleiter Grundwasser, Abt. Hydrologie und Geoinformation, NÖ Landesregierung) über den Zusammenhang des hohen Grundwasserspiegels mit den hohen Niederschlagsmengen der letzten 3–4 Jahre.
Danach referierten Vertreter der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal über die Aufgabe und den Zweck des Marchfeldkanales. Befürchtungen von Besuchern, dass der Marchfeldkanal mit dem Grundwasseranstieg zusammenhängt, wurden mit zahlreichen Erklärungen, Plänen, Zahlen, Ausführungen und einem Gutachten der obersten Wasserrechtsbehörde entgegnet.
Im Anschluss berichtete Baumeister Ing. Gerhard Lahofer als Innungsmeister-Stv. der NÖ Landesinnung im Bauhilfsgewerbe von den Möglichkeiten der Sanierung der durch Grundwasser feuchten Keller. Investitionen zur Sanierung werden zur Zeit vom Land mit ca. 60 % (max. 14.000 Euro) gefördert.
Den Abschluss bildete Bgm. Quirgst mit seinem Bericht über die geplanten Maßnahmen gegen den hohen Grundwasserstand, die vorige Woche bei einer Besprechung des MAREV beschlossen wurden. Ziel ist eine Absenkung des Grundwasserstandes, um zu verhindern, dass eventuell nach einem feuchten Winter und dadurch weiterem Ansteigen des Grundwasserspiegels noch mehr Bewohner von vernässten Kellern betroffen sind.

Gemeinsames Vorgehen
Da das Grundwasser der Marchfeldgemeinden zusammenhängt, macht nur ein gemeinsames Vorgehen der betroffenen Gemeinden Sinn. Die für das Marchfeld beschlossenen Maßnahmen dienen daher allen betroffenen Gemeinden. So ist die Räumung von Grundwasser-Abzugsgräben (Loimersdorfer Graben, Haringseer Graben) ebenso geplant, wie die Aktivierung alter Grundwasser-Abzugsgräben (Lassee), die Aktivierung des Wiesengrabens (Untersiebenbrunn) und Grundwasser-Abpumpungen.
Bei den geplanten Grundwasser-Abpumpungen handelt es sich um eine einmalige Aktion, deren Erfolg nicht prognostizierbar ist. In den einzelnen Gemeinden wird zur Zeit evaluiert, wo es sinnvoll bzw. möglich ist.
Für Deutsch-Wagram wird eine Abpumpung im Bereich Kläranlage, über einen Regenwasserkanal im Grundwasser und über diverse Feldbrunnen angedacht.

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23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

Bloms, Donnerstag, 07. Oktober 2010, 01:58 @ Bloms

Offenbar lassen sich nicht alle mit Infoveranstaltungen abspeisen. Jetzt wird es höchste Zeit, dass auch unsere Politiker auf eine langfristige Lösung pochen. Andernfalls wird Deutsch-Wagram übrig bleiben.

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NÖN
05.10.2010 | 00:00

http://www.noen.at/lokales/noe-uebersicht/gaenserndorf/aktuell/art2633,9533

Grundwasser: Jetzt eilen Landesexperten zu Hilfe!

Bürgerinitiative und SP-Funktionäre wandten sich an den Landeshauptmann. Der schickt nun seine Spezialisten ins Marchfeld, um Lösung zu finden.

VON THOMAS SCHINDLER
MARCHFELD /Die Initiative „Grundwasserproblem Marchfeld“ schlägt weiterhin Alarm: Mittlerweile sollen in der Region bereits 400 bis 500 Keller unter Wasser stehen. „Es ist nicht mehr 5 vor 12, sondern 5 nach 12“, erklären Untersiebenbrunns SP-Vizebürgermeister Reinhold Steinmetz und Eckartsaus SP-Obmann Peter Felber, die die Initiative unterstützen. Beide bitten nun VP-Landeshauptmann Erwin Pröll um Hilfe: „Wir laden ihn als Landesvater ein, ins Marchfeld zu kommen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Gemeinsam mit dem Land können wir eine Lösung finden.“
Steinmetz und Felber betonen, dass die betroffenen Hausbesitzer um ihr Hab und Gut bangen und die Angst, alles zu verlieren, jeden Tag größer wird: „Es wäre daher notwendig, dass der Landeshauptmann so schnell wie möglich vor Ort nach dem Rechten sieht und geeignete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung trifft.“
Nach wie vor ist unklar, wer an dem hohen Grundwasserspiegel schuld ist. Die starken Regenfälle in den vergangenen Monaten? Die Landwirtschaft, die aufgrund des Regens das Grundwasser nicht zur Bewässerung der Felder benötigte? Der künstlich angelegte Marchfeldkanal mit seinem Kraftwerk in Deutsch-Wagram? Oder alles zusammen?
„Suchen nicht Schuldigen, sondern Lösungsansatz“
„Uns geht es aber nicht um die Schuldfrage. Wir wollen nur, dass eine Lösung für das Problem gefunden wird, damit die Menschen in der Region wieder ruhig schlafen können“, so Steinmetz und Felber. Beide haben auch nichts gegen den Marchfeldkanal: „Diesen vor 20 Jahren zu errichten, damit das Marchfeld, die Kornkammer Österreichs, nicht austrocknet, war absolut richtig. Trotzdem vermuten wir, dass hier irgendwo ein Fehler passiert sein muss.“
Vor hundert Jahren, so Steinmetz und Felber, habe es nämlich auch massive Niederschläge und hohe Grundwasserpegel gegeben: „Durch die zahlreichen Bäche und Gräben wurde dieses Wasser aber immer in die Donau abgeleitet. Viele der Gräben waren auch künstlich angelegt - die Leute waren früher nicht dumm und wussten zu verhindern, dass ihre Keller überflutet werden.“
„Warum bringen wir das Wasser nicht mehr weg?“
Den beiden stellt sich natürlich nun die Frage: „Warum bringen wir das Grundwasser jetzt nicht mehr weg, wenn das schon vor hundert Jahren möglich war? Hier muss es neben dem Regen noch andere Faktoren geben.“ Ein weiteres Problem durch die feuchten Keller: „Die Menschen haben dort ihre Heizkessel stehen. Jetzt kommt der Winter und laut Prognosen wird das Grundwasser noch weiter steigen. Wenn der Heizkessel unter Wasser steht, werden die Betroffenen nicht mehr heizen können.“
Der Hilfeschrei aus dem Marchfeld wurde auf jeden Fall gehört. Dr. Peter Kirchweger, Sprecher von Landeshauptmann Pröll, erklärt am NÖN-Telefon: „Der Landeshauptmann hat sofort reagiert und dem zuständigen Landesrat Stephan Pernkopf den Auftrag erteilt, sich die Situation vor Ort anzusehen. Noch in dieser Woche wird ein Expertenteam des Landes durch das Marchfeld fahren und prüfen, welche Maßnahmen getroffen werden können, um dem Grundwasserproblem Herr zu werden.“
Wird der Landeschef selbst auch kommen? Kirchweger: „Das hätte jetzt wenig Sinn. Zuerst müssen einmal die Wasserspezialisten ran. Wenn einmal Ergebnisse und eine Expertise auf dem Tisch liegen, kann der Landeshauptmann noch immer in das Marchfeld kommen.“

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

OMG, Freitag, 08. Oktober 2010, 18:57 @ Bloms

Ich halte gerade die neue Gemeindezeitung in Händen. Zuerst dachte ich das ist ein neues Sportmagazin, weil auf Seite 1 steht die Tennisrangliste von Jürgen Melzer. Dann blättert man aber durch eine Spitzenmeldung nach der anderen. Besonders interessant fand ich den Unterricht über Igel vom Umweltgeminderat.

Noch toller fand ich die Nachricht DW hat eine wunderschöne Schrottskulptur für den Marchfeldkanal erworben. Sehr gute Idee, der Rost bindet das Wasser und hilft sicher beim Grundwasserproblem.
Etwas entäuscht bin ich wegen der wenigen Bildern. Bis auf Seite 28 habe ich nur 26 Fotos vom Bürgermeister gefunden. Das könnte man verbessern.

:headbang:

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

Schrottgemeinde, Sonntag, 10. Oktober 2010, 11:37 @ OMG

:rofl:

feine Spitze, :ok:

aber passt eh zur Politik,

die is ja auch Schrott,

btw,

hätte auch Sperrmüll,

was zahlen die pro Kilo????

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meine alte Matratze speichert viel mehr Wasser, die Federn rosten auch gut :-D

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

Bloms, Dienstag, 12. Oktober 2010, 02:31 @ Bloms

Hunderte Keller wurden überflutet, dutzende Millionen Euro Schaden sind entstanden, aber niemand will die Verantwortung dafür übernehmen. Diese Katastrophe hat sich seit über einem Jahrzehnt abgezeichnet, und kein verantwortlicher Politiker hat reagiert.

Nun ärgert sich Bgm. Quirgst über Politiker, die die Verschuldensfrage für diese Katastrophe klären wollen.

Nun macht man den Bock zum Gärtner, indem man die Marchfeldkanal-Gesellschaft mit einer Studie beauftragt.

Nun sollte Bgm. Grammanitsch einmal nachrechnen, wie viel Wasser ein Marchfeldkanal, der für 6000 l/s ausgelegt ist, pro Jahr an Wasser ableiten kann.

Nunmehr sollten unabhängige Sachverständige für die Lösung und Klärung der Verschuldensfrage beauftragt werden.

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http://www.noen.at/lokales/noe-uebersicht/gaenserndorf/aktuell/art2633,10117

NÖN-12.10.2010

Jetzt wird Masterplan erstellt!

GRUNDWASSER-PROBLEM / Gemeinden und Land einigten sich darauf, dass die Marchfeldkanal-Betriebsgesellschaft einen Plan zur Senkung des Grundwasserpegels erstellt.

VON THOMAS SCHINDLER

MARCHFELD /Einen ersten Hoffnungsschimmer gibt es nun für jene 300 bis 500 Hausbesitzer (die Schätzungen gehen hier auseinander), deren Keller unter Wasser stehen. Die Behörden fassen jetzt ins Auge, dass alte Entwässerungsgräben reaktiviert werden und das Grundwasser im Umfeld betroffener Siedlungen abgepumpt wird.

Wie die NÖN exklusiv berichtete, besuchten vergangene Woche Experten des Landes NÖ das Marchfeld, um sich ein Bild vom hiesigen Grundwasserproblem zu machen. Am Mittwoch nahmen die Fachleute am 2. Grundwassergipfel teil, den der MAREV (Marchfelder Regionalentwicklungsverein) unter Obmann DI Karl Grammanitsch organisierte.

Vertreter von insgesamt 16 betroffenen Gemeinden - darunter die Bürgermeister Rudolf Plessl (Untersiebenbrunn), Robert Michl (Gänserndorf) und Friedrich Quirgst (Deutsch-Wagram) - berieten hier mit den Landesexperten und dem Leiter der Marchfeldkanal-Betriebsgesellschaft (DI Wolfgang Neudorfer) über mögliche Maßnahmen zur Senkung des Grundwasserpegels.

Grammanitsch zur NÖN: „Die Bürgermeister beschlossen, dass die Marchfeldkanal-Gesellschaft sofort mit der Erstellung eines Materplans beauftragt wird. Die Studie kostet etwa 10.000 Euro und wird diesen Freitag präsentiert.“ Wer übernimmt die Kosten? „Zwei Drittel zahlt das Land, ein Drittel streckt der MAREV vor.“

Grammanitsch ist froh, dass die Landesexperten ins Marchfeld gekommen sind: „Sie erklärten uns, welche Arten von Förderungen es gibt, was natürlich sehr wichtig ist.“ Wird man den Grundwasserpegel im Marchfeld überhaupt senken können? Grammanitsch: „Zur Gänze sicherlich nicht. Würde man ihn um einen Meter absenken, müsste man 100 Millionen Kubikmeter Wasser wegbringen.“

Das Ziel lautet deshalb, so rasch wie möglich lokale Entlastungen durchzuführen: „Wir wollen das Wasser bei den betroffenen Siedlungen abpumpen und in die Donau leiten. Außerdem sollen alte Entwässerungsgräben wiederbelebt werden. Manche von ihnen wurden in den vergangenen Jahrzehnten leider zugeschüttet.“

Investitionen werden mit 50 Prozent gefördert

Wie sehen nun die möglichen Förderungen aus? Investitionen werden mit 50 Prozent, Grabenaktivierungen mit zwei Drittel von Bund und Land NÖ gefördert. Grammanitsch: „Die Bürgermeister werden mit den ersten Grundwasser-Entlastungsmaßnahmen sofort nach Vorliegen der wasserrechtlichen Bewilligung starten.“

Detail am Rande: Verärgert zeigt sich Deutsch-Wagrams VP-Bürgermeister Quirgst über manche SP-Funktionäre, „die noch immer einen Schuldigen für den hohen Grundwasserpegel suchen. Während die nur aufschreien, arbeiten wir bereits an der Lösung des Problems. Obersiebenbrunns VP-Vize Alfred Iser zum Beispiel hat bereits Pumpversuche unternommen“.

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

<!>, Dienstag, 12. Oktober 2010, 23:12 @ Bloms

Während die nur aufschreien, arbeiten wir bereits an der Lösung des Problems. Obersiebenbrunns VP-Vize Alfred Iser zum Beispiel hat bereits Pumpversuche unternommen“.

Gerüchteweise will die VP in DW 1000 Wasserkübel aufstellen. Die sollen den Regen auffangen. Stimmt das ??

:haha:

Na das kann ja heiter werden, wenn unser Burgamasta an der Lösung des Problems arbeitet. Machen wir auch bald Pumpversuche in DW ??

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

Bloms, Mittwoch, 13. Oktober 2010, 01:32 @ <!>

Obwohl dieses ernste Problem für Scherze wenig geeignet ist, werden die Vorschläge tatsächlich immer absurder.

In der heutigen Ausgabe der Gänserndorfer Rundschau schlägt der SP-Bezirksbauernkammerrat (toller Titel) vor, zur Lösung des Grundwasserproblems Elefantengras anzubauen. Laut seinen Recherchen verbraucht diese Energiepflanze (zur Energieerzeugung/Umwandlung aus Biomasse) beim Wachsen 18 l/m².

Nun, das wäre in der Tat extrem wenig, vermutlich wurde eine Null vergessen, und es sollte 180 l/m² heißen.

Wie auch immer, bei Niederschlagshöhen von 700 mm im Jahr, wird sich dadurch die Situation wohl kaum entspannen. Bei Rekordniederschlägen kann es 200 l/m², und mehr, an einem Tag regnen.

Zudem werden Energiepflanzen unter dem Überbegriff "Elefantengras" wegen ihres geringen Wasserverbrauches angepriesen, der wesentlich geringer sein soll, als der von Pflanzen zur Nahrungsmittelerzeugung. Also, irgendwie erscheint dieser Vorschlag kontraproduktiv.

masterplan???

inside dw, Mittwoch, 27. Oktober 2010, 13:29 @ Bloms

der maaaahsterplan ist fertig

die schnelle lösung ----> langfristige maßnahmen :hammer:


http://regionaut.meinbezirk.at/gaenserndorf/chronik/grundwasser-masterplan-ist-fertig-d...


Grundwasser-Masterplan ist fertig
von Ulrike Potmesil aus Gänserndorf

Mindestes 400 Keller in 15 Marchfeld-Gemeinden stehen unter Wasser oder weisen starke Nässeschäden auf. Binnen weniger Tage wurde ein Masterplan erstellt. Mit dem Abpumpen will man so rasch wie möglich beginnen.
BEZIRK. An elf Standorten in den Gemeinden Deutsch-Wagram, Obersiebenbrunn, Untersiebenbrunn und Lassee plant man, das Wasser abzupumpen. Eine kurzfristige Maßnahme, die zwar relativ rasch Wirkung zeigen wird, langfristig aber wenig bringt.
Laut Berechnungen der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal würde ein durchgehendes Abpumpen nach sechs Monaten ein Absenken des Grundwasserspiegels um 70 bis 80 cm bringen, nach weiteren sechs Monaten ohne pumpen würde die Restabsenkung nur mehr 30 cm betragen.
Langfristig sind weitere Maßnahmen zu setzen. Entlang des Ruß- und des Stempfelbachs gibt es zahlreiche Entwässerungsgräben, die kaum noch funktionstüchtig sind, viele sind zugeschüttet. Das 25 km lange Grabensystem soll geräumt werden, was der Lasseer Bürgermeister Karl Grammanitsch schon vor Jahren gefordert hat. „Damals bin ich belächelt worden, heute erkennt man, dass dies die beste Möglichkeit ist, um Hochwasserspitzen abzufangen“, sagt er.
„Die heurige Problematik entsteht durch den Umstand, dass der Grundwasserspiegel bei Starkregen rasch ansteigt, aber dann langsam abfällt“, erklärt Wolfgang Neudorfer, Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeld.
Vonseiten der Landesbaudirektion gibt es auch Unterstützung für die Betroffenen: kostenlose Erstbauberatung. Die Betroffenen können auch Sanierungsangebote, die sie bei Baufirmen eingeholt haben, überprüfen lassen. Voraussichtlich wird es pro Fall eine Maximalförderung von 15.000 Euro geben.
Um zukünftige Probleme für Bauwerber zu verhindern, wollen die Gemeinden als Bauaufsicht weitere Maßnahmen setzen. NR Rudolf Plessl, Bürgermeister von Untersiebenbrunn: „In den Bauplänen muss der höchste Grundwasserspiegel eingezeichnet sein.“ Und auch die Bauführer müssen Häuslbauer in problematischen Regionen ausreichend über die Grundwassersituation informieren.
Zur Sache
Die Grundwasserproblematik entstand nicht von heute auf morgen, auch wenn der Auslöser für die vernässten Keller die starken Regenfälle im Frühjahr waren. Aber der Grundwasserspiegel steigt schon seit den 90er-Jahren. In den 50ern war er dagegen noch höher als heute, wie Ortsnamen wie Haringsee, Lassee und alte Ansichtskarten dokumentieren. In den 70ern war er dramatisch abgesunken. „Das Marchfeld versteppt“, befürchtete man damals. Der Bau des Marchfeldkanals entstammt jener Zeit. In den vergangenen Jahren stieg der Grundwasserspiegel stetig an. Der langjährige Niederschlagsdurchschnitt pro Jahr beträgt im Marchfeld 470 mm, 2009 waren es 700, im Oktober 2010 ist man bereits bei 650. Die starken Regenfälle im Vorjahr und im Frühling/Sommer 2010 lösten schließlich die Problematik aus. Ulrike Potmesil

masterplan???

Bloms, Sonntag, 14. November 2010, 02:18 @ inside dw

Die Bürgerinitiative "Grundwasserproblem Marchfeld" hat dankenswerterweise Informationen über die weitere Vorgangsweise (Masterplan) online gestellt:

http://www.wir-pumpen.at/

Ebenso folgende Karte mit den Maßnahmen:

[image]

Sofern man dem Plan richtig entnehmen kann (rote Punkte) werden in Deutsch-Wagram an drei Stellen Abpumpungen (jeweils 50 Liter/Sekunde) erfolgen. Eine am Helmahof und zwei im weiteren Umkreis der Kreuzung B8-L6 (in Rußbach und Mühlbach).

Mehr war vermutlich innerhalb der kurzen Zeit vor dem Winter/Frühjahr nicht machbar, da zu viel Zeit mit Schönreden und Ausreden vergeudet wurde.

Allerdings handelt es sich dabei nur um kurzfristige Maßnahmen, wie auch in der Legende der Karte ersichtlich. Mittel- und langfristige Maßnahmen/Lösungen und dauerhafte Einrichtungen zur langfristigen Stabilisierung des Grundwasserspiegels fehlen für Deutsch-Wagram nach wie vor.

masterplan???

Dani, Samstag, 28. Juni 2014, 22:04 @ inside dw

?

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

@bloms, Freitag, 08. Oktober 2010, 02:45 @ Bloms

2. S8 Marchfeld-Schnellstraße:

Bereits vor über zwei Jahren ist die Diskussion entstanden, ob die Trasse der S8 im Bereich Deutsch-Wagram wie geplant mehrere Meter unter dem Geländeniveau geführt werden kann. Bereits damals kursierte die oben dargestellte und erwähnte HGW 100 Karte. Nach aktuellem Kenntnisstand ist die viel gepriesene Tieferlegung eine Fehlplanung, abgesehen davon, dass im gesamten Bereich durch die unzähligen ehemaligen Schottergruben und Deponien inhomogene, unvorhersehbare Grundwasserverhältnisse vorherrschen. Auf das erhebliche Sicherheitsrisiko (Wahnsinn) über der Grabenversickerungsanlage Rußbach-Mühlbach eine Autobahn zu bauen, haben auch bereits 2005 die Fachgutachter bei der S8-Voruntersuchung hingewiesen.

Und eine Umfahrung, die halt nicht S8 heisst aber - wie sie vorschlagen - auf der gleichen strecke verläuft, soll kein Problem sein?

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

Bloms, Freitag, 08. Oktober 2010, 03:24 @ @bloms

Wer hat eine Umfahrung auf der gleichen Strecke gefordert?

Und selbst wenn die Umfahrung auf derselben Trasse verlaufen würde, hätte sie immer noch den Vorteil eines wesentlich geringeren Verkehrsaufkommens (weniger als die Hälfte der S8), und somit einer geringeren Lärm und Abgasbelastung.

Die viel gerühmte Tieferlegung der S8 im Bereich Deutsch-Wagram ist ohnehin nur ein Propaganda-Schmäh unseres Bgm. und der Asfinag. An der Lärm- und Abgasbelastung ändert sich dadurch absolut nichts. Lediglich das Landschaftsbild wird etwas weniger verschandelt.

Das heißt, eine höher liegende, nicht unter dem Grundwasserspiegel verlaufende, zweispurige Umfahrung, selbst auf derselben Trasse (wie die S8) mit höheren Lärmschutzwänden, wäre wesentlich umweltfreundlicher und ungleich billiger, als die geplante S8 in Tieflage.

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

@bloms, Samstag, 09. Oktober 2010, 06:26 @ Bloms

Wer hat eine Umfahrung auf der gleichen Strecke gefordert?

na sie. Wo soll eine Ortsumfahrung auch sonst verlaufen. Die muss wohl über den Rußbach. Warum distanzieren sie sich jetzt?

Es ging um das "Sicherheitsrisiko = Wahnsinn". Das ist keine Frage ob 30.000 Fahrzeuge oder 50.000 Fahrzeuge dort fahren...

Die S8 ist und bleibt Wahnsinn

Bloms, Montag, 11. Oktober 2010, 02:45 @ @bloms

Wäre es zuviel verlangt sich vorher zu informieren, bevor Sie mir falsche Aussagen unterstellen?

Wozu sollte ich mich von irgendetwas distanzieren müssen? Wenn von falschen Tatsachen ausgegangen wurde oder neue hinzukommen, bin ich der Erste, der einen Fehler eingesteht und Fakten akzeptiert. Im Zuge der jahrelangen S8-Diskussion war das oftmals der Fall, da die Untersuchungen über die Jahre immer umfangreicher und detaillierter wurden (wir alle, auf BI-Seite, haben viel dazugelernt). Allerdings hat niemand von uns eine Umfahrung gefordert, die wie die S8 verläuft.

Zudem entsteht das Risiko nicht durch die Querung des Rußbaches, sondern durch die Querung der parallel verlaufenden Grabenversickerungsanlage Mühlbach.

Offenbar haben Sie etwas missverstanden, daher noch einmal.

Die S8 war von Anfang an in einem Korridor mit einer Entfernung von 500 bis 800 m viel zu nahe am Ortsbereich von Deutsch-Wagram geplant. Verlaufend durch unseren Wald und durch ein damals noch nicht genau festgelegtes Naturschutzgebiet. Daher wäre es geradezu absurd gewesen, auf der gleichen Trasse eine Umfahrung zu fordern. Das Credo lautete immer, die neue Straße muss weiter weg vom Ortsgebiet, egal in welcher Ausführung. Hinzu kam das abschreckende Beispiel der Umfahrung Wolkersdorf, die kaum fertig gestellt, zur A5 umgebaut wurde (das nennt sich Österreichische Verkehrsplanung).

Aufgrund der Lärmausbreitung entlang von Straßen war daher die erste Anforderung, dass eine Umfahrung mind. einen Kilometer entfernt sein muss. Achtung: gemeint war eine Umfahrung und keine Autobahn, so wie das einige Politiker missinterpretierten. Eine Autobahn mit über 40.000 Kfz/24h müsste mind. doppelt so weit entfernt sein.

Aus der strategischen Umweltprüfung (in Österreich Strategische Prüfung um Verkehrsbereich genannt, SP-V) war darüber hinaus bekannt, dass zwischen Deutsch-Wagram und Parbasdorf eine Grabenversickerungsanlage des Marchfeldkanals verläuft. Jedoch waren aus der zu kleinen Abbildung (siehe unten) keine näheren Angaben zu entnehmen.


[image]

Anm.: das ist eine Karte mit so genannten Raumwiderständen, mit deren Hilfe man die Linienführung einer Straße auswählt und bewertet. Auf der Karte wird einfach die Sensibilität der Bereiche farblich gekennzeichnet. Die roten Bereiche heißen z.B.: hier sollten keine Straßen gebaut werden. Violett heißt Stopp, hier nicht, absolutes Tabu (No-Go).

Auf Basis dieses Kenntnisstandes habe ich im Feb. 2006 (!) die ersten Überlegungen zusammengeschrieben: Eine Umfahrung sollte mind. einen km vom Wohngebiet entfernt sein (die roten Kreise unten haben 1 km Radius) und möglichst nicht die Grabenversickerung queren. Daraus ergab sich folgende erste Überlegung zur Linienführung (dunkelrosa Linien die Gemeindegrenzen):


[image]


Auf über 40 Seiten waren die Nachteile der S8 und die negativen Auswirkungen der S8 auf zahlreiche Straßen unserer Gemeinde angeführt. Diese unveröffentlichte Zusammenstellung haben wir Bgm. Quirgst im Rahmen einer Vorsprache im Feb. 2006 übergeben (vor rund einem Dutzend Zeugen). Wie leicht aus der Abbildung oben zu erkennen, verläuft diese Umfahrungsvariante NICHT über die Grabenversickerungsanlage, sondern zwischen Parbasdorf und Markgrafneusiedl. Davon braucht sich also niemand zu distanzieren, dazu stehe ich heute noch.

Erst im Rahmen der Planungswerkstatt, einem Diskussionsverein zur Bürgerbeschwichtigung zu dem unsere Bürgerinitiative eingeladen wurde, erhielten wir die detaillierte Unterlagen in Papierform (so ungefähr eine halben Meter im A4 Format). Darunter auch diese Karte (Ausschnitt):


[image]


Anm.:

Nr.: 1 Versitzfläche ist die Versickerungsanlage Stallingerfeld (wo unser neuer Brunnen errichtet wurde)

Nr.: 2 Grabenversickerung ist die Grabenversickerungsanlage Mühlbach über die die S8 verläuft.

Erst anhand dieser Karte war ersichtlich, wo ungefähr die Grabenversickerung-Mühlbach verläuft, und dass dieser violett gekennzeichnete Bereich (höchster Raumwiderstand) auf keinen Fall mit einer Autobahn gequert werden sollte.

Einige Jahre zuvor, bei der Planung der S1 (in der Abb. oben rot angedeutet) war es noch das Hauptargument für die Verschiebung der S1 in Richtung Kapellerfeld (Gerasdorf), dass eine Autobahn auf keinen Fall zu nahe an der Versickerungsanlage Stallingerfeld gebaut werden dürfe.

Im Sommer 2006 wurde folgender Flugzettel verteilt:


[image]


Die Umfahrung verläuft leicht ersichtlich zwischen Parbasdorf und Markgrafneusiedl. Unter dem Vorbehalt des EU-Natura 2000 Vogelschutzgebietes, das NÖ damals 11 (!) Jahre nach dem EU-Beitritt rechtwidrig noch immer nicht ausgewiesen hatte. Als Alternative wurde eine Variante südlich von Markgrafneusiedl vorgeschlagen, und kritisiert, dass die NÖ Landesregierung Umfahrungen, sei es südliche von Deutsch-Wagram oder südlich von Markgrafneusiedl (z. B. Varianten 4), nicht einmal als Variante in Betracht zog, und bis heute nicht untersucht hat. Die Forderung nach einer Untersuchung bedeutet lediglich, die Vor- und Nachteile einer Variante gegenüberzustellen. Wobei eine Variantenuntersuchung (egal ob in einer SUP, SP-V oder NKU) eine sehr komplexe Aufgabe ist, bei der es unzählige Faktoren zu berücksichtigen gilt. Das ist nicht Aufgabe einer Bürgerinitiative. Insofern sind alle vorgeschlagenen Linienführungen nur als grobe Empfehlung zu verstehen.

Somit sehe ich hier ebenfalls keinen Grund, wofür sich jemand distanzieren müsste.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die Situation (Gänserndorf Süd, geringe Distanz der Siedlungsgebiete, naturschutzrechtlich Vorgaben und ähnliche Hindernisse) hinsichtlicht Planung einer neuen Straße zum Verzweifeln ist. Selbst Planer die sich viele Jahre mit der Verkehrslösung beschäftigt haben, mussten eingestehen, dass eine vernünftige Linienführung nicht auffindbar ist (schon gar nicht für eine Autobahn). Letztlich war die Wahl der Trasse der S8 eine rein politische Entscheidung, und wie so oft in der Politik, wurde zielsicher die schlechteste, also die für die Bevölkerung schlechteste Variante gewählt. Wie schon unzählige Male erwähnt, hat die NÖ Landesregierung eine Autobahn geplant, damit sie der Bund bezahlt (Umfahrungen muss das Land bezahlen). Die Linienführung im Großraum von Deutsch-Wagram orientiert sich vorrangig an den wirtschaftlichen Interessen von Politikern, Unternehmen, Banken und Industriegebiet-Betreibern (Stichwort Mega-Industriepark), und sicher nicht an denen der Bevölkerung.

Aber zurück zur Trasse. Mit der Übernahme der Planung durch die Asfinag waren Überlegungen zur Linienführung einer Umfahrung obsolet. Die Asfinag plant keine Ortsumfahrungen sondern nur Autobahnen. Bei den Variantenuntersuchungen ging es nur mehr um die Entscheidung, ob die S8-Nord oder die S8-Süd gebaut werden soll. Nachdem von NÖ immer die Nordvariante gewünscht wurde, war von vornherein klar, dass diese gewinnen würde. Die in vielen Bereichen besser abschneidende Süd-Variante wurde mit dem völlig unsinnigen Bau einer zusätzlichen Nord-Süd-Umfahrung von Deutsch-Wagram und Strasshof verknüpft, damit diese Variante in der Untersuchung schlechter bewertet werden konnte.

Neben vielen anderen Kritikpunkten habe ich daher in der Stellungnahme zur (eher unwichtigen) § 14 Planungsgebietsverordnung eingewendet, dass mehrere andere bessere Varianten nicht untersucht wurden. Unter anderem die folgende Kombination der Nord- und Süd-Variante (grüne Linie):

[image]


Die Trasse entspricht in etwa der Umfahrung Variante 4 südlich von Markgrafneusiedl auf dem Flugblatt weiter oben. Übrigens ist diese § 14 VO seit der Stellungnahmefrist im April 2009 meines Wissens bis heute nicht erlassen worden. Das Verkehrsministerium hat alle Autobahnprojekte daher offensichtlich wesentlich früher gestoppt, als in den Medien kolportiert wurde.

Auch von dieser Trasse werde ich mich nicht distanzieren, ungeachtet der Tatsache, dass die S8 ein wirtschaftlicher und verkehrstechnischer Unsinn ist.

Genau genommen ist die Trasse der S8 im Bereich Deutsch-Wagram nach aktuellem Kenntnisstand nicht nur Wahnsinn, sondern absoluter Wahnsinn:

- Eine aus betrieblichen Gründen ständig dotierte Grabenversickerungsanlage, die das Grundwasser des halben Marchfeldes speist, mit einer Autobahn zu queren, ist sowohl hinsichtlich Bau und Betrieb fahrlässig.

- Die Tieferlegung der S8 um bis zu 7 m (im Vorprojekt 2008 ist gar von 12 m die Rede) ist eine völlige Fehlplanung. Im Längsschnitt verläuft die Achse der S8 zwar 1,0 bis 2,0 m über dem HGW 100, jedoch wurde vergessen, dass durch die Querneigung und die Entwässerungsmulde bereits der Unterbau bzw. der Frostkoffer im Grundwasser liegt, und sollte der Grundwasserspiegel auch nur einen halben Meter weiter steigen, ist die Fahrbahn ein Totalschaden. Zudem wurde nicht beachtet, dass die Oberflächenwässer der S8 nicht versickert werden dürfen (die Ableitung, möglicherweise bis zur Donau, ist bis heute unklar). Somit würden sämtliche Schächte und Abwasserleitungen im Grundwasser liegen.

- Durch die zahlreichen (ehemaligen) Deponien und Schottergruben herrschen inhomogene Grundwasserverhältnisse vor, wie in der HGW 100 Karte eingezeichnet. Es kann deshalb niemand genau sagen, wie die Grundwasserströmung tatsächlich verläuft.

- Durch die zahlreichen (ehemaligen) Deponien und Schottergruben besteht laut dem Vorprojekt 2008 der Asfinag ein erhebliches Baugrundrisiko.

- Die Trasse verläuft durch unser Waldgebiet.

- Die Trasse tangiert und beeinflusst ein Natura 2000 Naturschutzgebiet, abgesehen von den March-Auen.

- Die Trasse verläuft über ein Zieselgebiet, das geschützt werden müsste.

- Die Trasse verläuft in Tieflage nördlich des riesigen Schottergrubengebietes von Markgrafneusiedl, das bei Stürmen hinsichtlich Staubwolken ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.

- Die Trasse verläuft über weite Strecken über im Regionalen Raumordnungsprogramm als Schottergruben gewidmete und als Betriebsgebiet vorgesehene Flächen. Wodurch die Grundstückskosten für eine bis zu 60 m breite Autobahn enorm teuer werden.

- Die Trasse kreuzt mehrmals mehrere ÖMV-Gas-Pipelines. Unter anderem auch eine hoch giftiges Sauergas führende Leitung. Tieferlegen (unter die S8) wird man die Pipelines kaum können, da sie dann im Grundwasser verlaufen würden. Somit müsste man unzählige Kilometer neue Gas-Pipelines bauen.

- Die Trasse verläuft über ein oder zwei unserer Windräder. Die Fundamente von Windrädern sind gigantisch, und können nur mit erheblichem Aufwand abgetragen werden.

. Durch den hohen Verkehr und die Nähe zum Ortsgebiet entstehen erhebliche Kosten für Lärmschutzmaßnahmen (Tieferlegung, Lärmschutzwände).

Kein vernünftiger privater Autobahnbetreiber (die es in anderen Ländern gibt) würde hier eine Autobahn planen, wenn andere Alternativen zur Verfügung stehen.

Den Umstand, dass kleinräumige Ortsumfahrung mit wesentlich weniger Verkehr bei identen Sicherheitsvorkehrungen ein geringeres Sicherheitsrisiko darstellen, werden Sie doch wohl nicht bestreiten wollen. Auf der S8 werden im Bereich der Grabenversickerung alleine 7100 Lkw pro Tag prognostiziert (wobei alle Asfinag-Prognosen mit Vorsicht zu genießen sind). 2500 davon kommen aus der Slowakei (darunter vermutlich eine Menge osteuropäische Schrottlaster). Eine Anzahl, die sich vervielfachen könnte, sollte die Slowakei an ihrer Absicht festhalten, einen gigantischen Transit-Terminal oder entlang der Grenze riesige Industriegebiete zu bauen

Und selbstverständlich würde ich notfalls für das kleinere von beiden Übeln, also eine zweispurige Straße auf der S8-Trasse plädieren. Aber eine Forderung oder gewünscht, war das nie.

Bessere Vorschläge sind wie immer willkommen.

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

nix wissen,, Montag, 11. Oktober 2010, 19:19 @ @bloms

nur Sprüche klopfen. Ich tippe mal auf Politiker. :nice:

Wetten werden ab jetzt angenommen. ;-)

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

xxx ⌂ @, spratzern, Sonntag, 01. Mai 2011, 19:58 @ Bloms

hhhhhh nnnnn

IP: 81.217.118.201

23.9.10 - Infoabend Kellervernässungen dr. Grundw.

R2D2, Montag, 11. Oktober 2010, 15:31 @ Molch

Wassergebühren runter, damit mehr verbraucht wird!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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